Portrait der Gilde


In Meßkirch gibt es eine lange Fastnachtstradition. Die Ursprünge liegen im Mittelalter und sind in der Zimmer´schen Chronik dokumentiert.

Im 19. Jahrhundert verzeichnete man die ersten Narrengesellschaften und es wurden Fastnachtsspiele abgehalten. In jedem Stadtteil wurde zu dieser Zeit eine eigene Fasnet gefeiert.

Erst 1906 wurde alles anders, als die konkurrierenden Vorstadtgesellschaften erstmals wieder zusammen Fastnacht feierten und der Narrenbaum seinen Stammplatz in der Stadtmitte am Marktplatz fand.

Mehr zufällig entwickelte sich mit dem Narrenbaumstellen eine Gruppe von Vermessern und Geometern, die das eintönige und langatmige Aufstellen des Baumes mit fastnächtlichem Spiel und Akrobatik auflockerten.


Die Gruppe war wohl aus Bediensteten des damals ansässigen badischen Vermessungsamt hervorgegangen. Seitdem sind die Vumässer und Geometer über die Jahrzehnte immer mal wieder für Jahre in der Vergessenheit verschwunden um urplötzlich wieder präsent zu sein.


Baumstellen 1937



1924 erwähnt die Chronik "vielseitige Geometertätigkeit" und frühe Bilddokumente findet man aus den Jahren 1937 und 1939. In Abstimmung mit der VSAN wurde kürzlich das offizielle Entstehungsdatum auf 1926 bestimmt. In der Nachkriegszeit wurde die Gruppe erneut wiederbelebt und hat ihren Platz in der Meßkircher Fasnet bis heute verteidigt.


Vermesser-Gruppe 1939



Hochzeiten erlebte die Gilde ab den 60-iger Jahren und vorallem in den letzten 15 Jahren, in denen sich mit einer eigenen Vumässer-Gildenversammlung im "Bahnstüble" auch ein Höhepunkt der Meßkircher Fasnet entwickelte. Seit 2005 sind die Vumässer wechselweise in verschiedenen Gasthäusern zu Hause. Verdiente Vumässer erhalten den begehrten Grenzstein am Bändel verliehen.


Die Vumässer erwachen erst am Vorabend des "Schmotzigen Donnschtigs" zum Leben und verschwinden am Ende dieses hohen Narrenfeiertags wieder nach vielen eindrucksvollen Aktionen für ein Jahr von der Bildfläche. Zu den Bräuchen gehören das "In Senkel stellen" als Rügebrauch.

Die Gilde pflegt, und darauf legt sie wert, ausschließlich die heimische Fasnet.




(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken